Stripped Naked

Von  //  3. Februar 2011  //  Tagged:  //  Keine Kommentare

Eine Waffe und ein Mädchen, mehr bräuchte es nicht für einen guten Film, sagte einst ein gewisser Godard. STRIPPED NAKED (welch doof-nichtssagender Titel) verfügt über beide Zutaten und hat gleich noch eine geklaute Tasche voller Drogen und Geld, einen misslungenen Deal und wütende Gangster zu bieten. Das der viel zu spät gekommene Tarantino-Klon zu keinem Zeitpunkt über mäßige Videothekenware hinaus kommt, mag vielleicht daran liegen, dass es sich um eine TV-Produktion aus dem Mittelfeld handelt. Eine gewisse Kurzweiligkeit lässt sich dem überaus kalten und zynischen Film kaum absprechen, die reichlich unsympathische Figurenzeichnung – ausnahmslos jeder scheint hier egomanisch und pseudo-cool zu sein – verhagelt den unbeschwerten Filmgenuss aber gehörig. Größtes Manko, neben den profillosen Darstellern, sind die entsetzlich unausgereiften Dialoge, die jegliches Understatement vermissen und die angepeilte Respektlosigkeit zum bloßen Selbstzweck verkommen lassen. Für einen lauen Fernsehabend mag die harmlose Verquickung aus schwarzer Komödie, Gangster-Krimi und Slackerfilm gewisse Mindestansprüche erfüllen, zum Geheimtipp wird sie sich kaum entwickeln. Dazu fehlen inspirierte komische Momente, einprägsame Bilder oder einfach nur die nötige Portion Sleaze für einen derart trivialen Stoff.

Über den Autor

Aufgewachsen inmitten der pulsierenden Film-Metropole Merkstein/Rheinland mit ihren schillernden Kino-Palästen, umgeben von hochkarätigen Stars, Regisseuren und Filmkritikern blieb Marco Siedelmann nicht viel anderes übrig, als selbst Filmjournalist zu werden. Er schreibt u. a. für critic.de, deadline und negativ.

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