Attack the Block

Von  //  3. September 2011  //  Tagged: , , ,  //  Keine Kommentare

Als eine Gang von Londoner Kleinkriminellen gerade die gutmütige Krankenschweseter Sam überfällt, fällt plötzlich etwas vom Himmel auf ein in der Nähe geparktes Auto drauf. Als der Gangleader Moses nachschaut, um was es sich handelt, wird er von dem Etwas verletzt – und möchte das Ding anschließend zur Strecke bringen, was ihm und seinen Kumpanen nach einer kurzen Jagd auch gelingt – stolz präsentieren sie ihren Fang in der Neighbourhood. Als jedoch weitere, wesentlich größere und aggressivere außerirdische Wesen in der Gegend landen, wird es den Jungens zunehmend mulmig…

Die Pointe des Films – daß es schlußendlich die ungeliebten Kreinkriminellen (mit oder ohne „Migrationshintergrund“) sind, die den Block, London, England, möglicherweise sogar die ganze Welt, retten, transportiert dann auch eine begrüßenswerte humanistische Botschaft, die gerade nach den London Riots durch mehr Bedeutung aufgeladen wird: Auch diese Kids sind nichts anderes als Menschen, in denen auch das Potential zum „Guten“ angelegt ist. Das Thema Jugendkriminalität wird hier dann erstmals von einer anderen Seite beleuchtet, nachdem andere britische Filme wie HARRY BROWN oder EDEN LAKE nur Selbstjustiz als Lösung anboten. Regisseur Cornish, selbst aus Süd-London und dort schon einmal überfallen worden, castete der Authentizität zuliebe für die Rollen der Kids Newcomer aus dem Viertel, die eine bravouröse Leistung abliefern, vor allem John Boyega als Moses. Auch wenn sich das bislang vielleicht so anhört: ATTACK THE BLOCK ist selbstverständlich kein sozialkritischer Problemfilm, sondern eine rasante Science Fiction-Komödie, bei der man oben angesprochene Punkte quasi als Bonus mitgeliefert bekommt. Neben zahlreichen witzigen Dialoge bekommt man eine actionreiche Alienhatz durch Brixton geboten mit soliden Spezialeffekten. Die Außeriridischen selbst sind auch erfrischend anders als gewohnt: Pechschwarze Zottelwesen mit einem riesigen phosphoreszierenden Gebiß, das dann auch schon mal ganze Polizisten durchbeißen kann. Beste Unterhaltung also – allerdings frage ich mich, wie lange Nick Frost wohl noch durchhält, ständig die gleiche Rolle mit leichten Variationen zu spielen.

GB 2011, Regie: Joe Cornish


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Über den Autor

Alex Klotz ist ein Zelluloid atmendes Wesen und betreibt den Blog hypnosemaschinen. Alex Klotz hat nie als Tellerwäscher, Aushilfsfahrer oder Kartenabreisser gearbeitet und gedenkt das auch in Zukunft nicht zu tun.

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