The Return of Post Apocalyptic Cowgirls

Von  //  21. Oktober 2011  //  Tagged: , ,  //  3 Kommentare

Surgeon Scofflaw in The Return of Post Apocalyptic Cowgirls, Bild: Bleu Productions

Fisted, fucked, pissed on, kissed, spanked, whipped and hit, all under the unwavering heat of the desert sun in the post apocalyptic new world…

… und damit könnte eigentlich schon fast alles gesagt sein, über The Return of Post Apocalyptic Cowgirls, außer vielleicht, dass auch gestrickt wird. Allerdings würde die reine Aufzählung der Praktiken diesem formal anspruchsvollen und hoch-erotischen Porno nicht gerecht werden.

Okay, am Drehbuch hat sich Maria Beatty nicht lange aufgehalten. Der dünne Handlungsfaden, der dem Film ab und an wie eine halbherzige Entschuldigung beispringt, kann eigentlich kaum als Story bezeichnet werden. Dialoge im eigentlichen Sinn sind praktisch nicht vorhanden. TROPAC ist zu 90 Prozent abgefilmter Sex bei dem die Episoden (hier im weitesten Sinne identisch mit „Stellungen“) durch atmosphärische Zwischenschnitte verbunden sind, welche die morbide Schönheit von Flugzeugwracks feiern.

Was den Film so gut macht, ist die zeitweise brachiale Wucht der Bilder. Er suhlt sich geradezu in ikonischen Einstellungen, die ebenso dem klassischen Sexploitation Kino als auch der Populärkultur des alternative Porn (bei Beatty quasi homegrown) und der Steam Punk Ästhetik entliehen sind. Da wir uns mutmaßlich im mittleren Westen befinden, dürfen auch historische Handfeuerwaffen, Westerngitarren und eine Geige eine Nebenrolle spielen. Wer braucht da noch eine Handlung? Folgerichtig wird im Blockhaus – und später auf einem per se postapokalyptisch anmutenden Militär-Flugzeug-Friedhof irgendwo im Nirgendwo – lustvoll gebangt und so ziemlich alles an Konstellationen untergebracht, was sich mit vier Darstellerinnen denken lässt.
Obwohl (oder weil) erwartungsgemäß keine Männer mitspielen dürfen, wird mit Trans-Gender Ideen experimentiert und Billy Rough gibt willfährig den „Boy“ for the girls pleasure – vorzugsweise mit Strap-On ausgestattet. Surgeon Scofflaw verkörpert eine Russ Meyer-hafte Figur, die – rein von der Physis her – hier zunächst das Kommando hat, bis Sophia St. James auftaucht und Scofflaw zeigt, wo Mama den Hammer hinhängt. Arcana, die vierte im Bunde, wird von Scofflaw und Rough irgendwann am Anfang aufgelesen und über einen Glastisch gezogen, dessen Gestell aus einem Wagenrad gefertigt ist. Kamera: Extreme Untersicht – was mir angesichts von Arcanas wippenden Brüsten in diesem Zusammenhang den ersten Freudengluckser entlockt.

Alles in allem ein für große Mädchen und große Jungs extrem empfehlenswerter Porno, der ganz selbstverständlich auf die allermeisten gängigen Hetero-Porno-Konventionen scheißt und stattdessen das Motto „länger statt härter“ ausgibt, ohne andererseits auch nur die geringste Zurückhaltung zu zeigen – üppige Schambehaarung diesseits der Bikini-Grenze und Cellulite in geradezu epischem Ausmaß inklusive.

Als Dreingabe zu all den guten Sachen, gibt es noch einen sehr abwechslungsreichen Score, für den vor allem Lydia Lunch und John Zorn verantwortlich zeichnen. Nicht zuletzt hier wird auch der Kreis zum Cinema of Transgression geschlossen.

USA 2011, Regie: Maria Beatty

The Return of Post Apocalyptic Cowgirls ist ein Beitrag des diesjährigen Porn Film Festivals.


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Über den Autor

Eckhard Heck besitzt eine der umfangreichsten Baustellen-Sammlungen Nordrhein-Westfalens. Unter anderem ist er Autor, Musiker, Maler, Fotograf und Glaubensberater.

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3 Kommentare zu "The Return of Post Apocalyptic Cowgirls"

  1. Frau Suk 22. Oktober 2011 um 14:01 Uhr · Antworten

    Dass der Score hörenswert ist, kann ich bestätigen. (Ich war zugegen, als Herr Heck den Film sichtete. Um allen Spekulationen Vorschub zu leisten: Er saß brav im Büro am Schreibtisch währenddessen.) ;-)

    • Silvia Szymanski 22. Oktober 2011 um 18:12 Uhr ·

      Ha! In etwa so?

  2. Silvia Szymanski 22. Oktober 2011 um 13:31 Uhr · Antworten

    Sehr coole Besprechung, Ecki! :-)

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