Night Angel

Von  //  2. Januar 2012  //  Tagged:  //  Keine Kommentare

Sex ist böse. (Die 80er auch.)
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Die Story: Bei Ölbohrungen am Roten Meer gerät ein US-Ingenieur an die Dämonin Lilith, jüdischen Legenden zufolge Adams erste Frau. Sie folgt ihm nach Amerika, Angehörige einer gnostischen Sekte versuchen sie zu vernichten und die Geschichte hätte, meint Drehbuchautor Joe Augustyn (in einer E-Mail an mich, sich auf ein früheres Review des Films beziehend), „the most potential to be genuinely cool and classy“. Beurteilen lässt sich das leider nicht, weil diese Story nie verfilmt, sondern von den Produzenten massakriert wurde: Im fertigen Film ersteht die „Hure Satans“ mit der Absicht aus dem Staube auf, auf das Cover des Modemagazins SIREN zu kommen und die Männerwelt als jene Horde schwanzgesteuerter Idioten zu entlarven, die sie nun mal ist. (Augustyn: „We tried to argue that Lilith (as per the legend) should be an exotic Middle Eastern beauty, exec producer Walter Josten fired back: ‚If Lilith came back today she’d be an American girl with big tits!'“)

Liliths Plan geht auf: Bald läuft die SIREN-Redaktion herum wie ferngesteuert und treibt während der Arbeitszeit Schweinkram; überdies scheint die Dämonin einen Weltherrschaftsplan zu verfolgen, der sich an H.G.Lewis‘ WIZARD OF GORE orientiert. Wer weiß, was noch geschehen würde, hätte nicht eine alte schwarze Taxifahrerin mit Voodoo-Konnotationen einen Opferdolch auf Lager! Am Ende zeigt sich Lilith in ihrer wahren Gestalt und sieht ein wenig aus wie Gilliams Jabberwocky in klein. Wenn man sie ersticht, explodiert sie.

Das ist alles entsetzlich doof, und nur die Bemühungen des Schweizer Regisseurs Dominique Othenin-Girard um optischen Oberflächenglanz (die beunruhigendste Einstellung, in der grelles Licht unter dem Bett des Helden hervorscheint, zeigt keine höllische Manifestation, sondern seine Vorstellung von Inneneinrichtung) und seine ironiefreie Herangehensweise (seit KONGA hat kein Film so dämliche Ideen mit todernstem Gesicht verkauft, und damit meine ich nicht nur das Konzept „wahre Liebe“ als rettender amor ex machina) verleihen dem Film, der gerne erotisch und horribel wäre, aber so neben der Spur liegt, dass er im Hintergrund einer Einstellung zeigt, wie sich eine Frau von einer Topfpflanze begrabschen lässt, zumindest eine Kurzbesprechung mit einem Übermaß an dämonischen Nebensätzen.

Was soll man denn aber auch tun, wenn die Hauptdarstellerin Isa Andersen (Ex-Model Isa Jank, längst wieder in ihrer Heimat Deutschland aktiv und am bekanntesten durch ihre Rolle in VERBOTENE LIEBE) sich „extremely disagreeable“ zeigte, „when it came to shooting anything vaguely sexy“ (Augustyn)? Nun, man dreht die Bumsereien eben noch softcoriger, streut die Vision eines höllischen Nachtclubs mit bizarren Special Effects (Hinweis aus der Besetzungsliste: „Woman with Faces under Breasts“) ein und versucht sich an „Ist das real oder nicht?“-Szenen, die aber nicht funktionieren, da der ganze Film keinerlei Verankerung in irgend einer Realität hat, was freilich unter dem Zwang auch schwer fällt, 28 Drehorte an 24 Drehtagen zu absolvieren, während der Produzent mit den Drehbuchseiten Vogelkäfige auslegt.

Grauenerregend aber ist die Tatsache, dass der Film nicht allein steht: NIGHT ANGEL gäbe ein gutes Double Feature mit dem ebenso bewusstseinsverengenden THE UNHOLY (1988) ab, in dem es Priester Ben Cross mit dem Bösen in Frauengestalt zu tun bekommt, was auch auf schleimige Monstrositäten und pseudo-stylishe Bonbonfarben hinausläuft, wo aber wenigstens sekundäre Geschlechtsmerkmale zu sehen sind und sich am Ende der Kirchenboden auftut; auch schlägt das Böse hier keinen Dreier vor.

USA 1990, Regie: Dominique Othenin-Girard


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Über den Autor

Andreas Poletz (1185 bis 1231), aus Chorazin gebürtig, beschrieb seine Seele als »einen schrecklichen Sturm, umhüllt von ewiger Nacht«, und behauptete, dass er aus Verzweiflung begann, seine Hände und Arme zu zerfleischen und mit den Zähnen bis auf die Knochen zu zernagen (incipit manus et bracchia dilacerare et cum dentibus corrodere useque ad ossa). Ist aber nicht wahr.

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