DVD: Lass ihn nicht rein!

Von  //  3. Februar 2012  //  Tagged: ,  //  Keine Kommentare

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Zwei ungleiche Pärchen planen ein gemeinsames Wochenende auf einem Landsitz in der englischen Provinz zu verbringen. In der Gegend treibt ein Serienkiller sein Unwesen. Er ist nicht der einzige mit mörderischen Absichten. Allerdings ist er der einzige, der seine Opfer filetiert und die Einzelteile in Bäume hängt.

Ich könnte es mir leicht machen und mich den Ausführungen von Oliver Nöding zu Mega Shark gegen Crocosaurus anschließen, denn die lassen sich gut auf Lass ihn nicht rein! übertragen. Falsch wäre das nicht. Nur zu leicht eben. Aber, und da komme ich um den wörtlichen Vergleich nicht herum: Auch dieser Film vermittelt einem das ungute Gefühl, dass sowohl Film als auch Filmemacher monumental gescheitert sind. Bereits die Tatsache, dass die Titelsequenz eine spätere Schlüsselszene vorwegnimmt – was vermeintlich verheißungsvoll und scary wirken soll – lässt nichts Gutes ahnen. Ich bin neu hier, aber wer macht so was? Regisseure, denen partout nichts Besseres einfällt und die sich das von anderen nicht so richtig guten Regisseuren abgeschaut haben? Jedenfalls verschießt Kelly Smith hier schon jede Menge seines irgendwie feucht gewordenen Pulvers. Hölzern agierende Schauspieler, denen man weltfremde Dialoge zum Nachsprechen gegeben hat (in der Synchronisation wie üblich noch potenziert), tun ihr Übriges dazu, dass man die Story nicht ernst nimmt. Herzhaft lachen kann man hingegen über die kleinen Ausrutscher, auf die man unwillkürlich zu achten beginnt, und von denen es eine Menge gibt. Wie ist es beispielsweise zu erklären, dass Sophie Linfield als examinierte Krankenschwester Paige minutenlang in Unterwäsche an der die letzten Dekaden der Dessous-Mode vorübergegangen sind, durch eine Szene stolpert, in der wir Angst um sie haben sollen? Unmöglich. Und weit und breit kein Kostümbildner, kein Regisseur, kein Kameramann, die das Schlimmste verhindert hätten. Nein, das sind keine Szenen, anhand derer angehende Filmstudenten staunend sublimes Handwerk studieren. Das ist höchstens ein „How-Not-To“ des Horrorfilms. Und das bei einem Slasher, der im Grunde eigentlich ein Psycho-Thriller sein möchte; weshalb Kelly Smith besonders anzukreiden ist, dass er aus der Konstellation der Figuren und aus dem hübsch schmuddeligen, ländlichen und typisch englischen Ambiente viel zu wenig an Suspense Elementen herausholt. Zumindest das hat Fabrice Du Welz in Martyrium dann doch deutlich besser gemacht, den ich zwar auch nicht liebe, den man aber im Vergleich dafür loben muss. Vielleicht hätte Smith gut daran getan Lass ihn nicht rein! gar nicht erst wie einen Thriller aussehen zu lassen, denn genau daran hat er sich bei seinem Erstling mächtig verhoben.

Genug der Schelte. Die Gore Szenen gehen in der vorliegenden Uncut Version in Ordnung. Guter Stoff für ein Publikum zwischen achtzehn und achtzehneinhalb. Eins noch: Für die Schlussszene (abgesehen mal wieder von der Unterwäsche), lohnt es sich wach zu bleiben.

Der Film ist am 5. Januar 2012 bei Sunfilm Entertainment als DVD und Blu-ray erschienen. Extras, wie ein Produktionsbericht des Regisseurs, der wohl auf anderen Veröffentlichungen zu finden ist, habe ich nicht entdecken können. Schade, denn gerade dazu gab es warme Worte anderer Rezensenten wie Brad McHargue bei Bloody Disgusting.

Lass ihn nicht Rein! (Don’t let him in) GB, 2011. Regie: Kelly Smith


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Lass ihn nicht rein! (Uncut)


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Über den Autor

Eckhard Heck besitzt eine der umfangreichsten Baustellen-Sammlungen Nordrhein-Westfalens. Unter anderem ist er Autor, Musiker, Maler, Fotograf und Glaubensberater.

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