DVD: Walkabout

Von  //  7. Februar 2012  //  Tagged: ,  //  2 Kommentare

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No one who saw Walkabout has ever forgotten it. Roger Ebert

Ein Walkabout ist in der Kultur der Aborigines ein Initiationsritus, bei dem ein junger Mann den Weg der sogenannten Songlines (Traumpfade) geht. Ganz auf sich alleine gestellt, muss er seine Überlebensfähigkeit in der Natur beweisen. Die Songlines sind Teil der unsichtbaren, mythischen Landkarte Australiens, die von der Urbevölkerung von Generation zu Generation tradiert wird, und die von der Expansion der westlichen Zivilisation bedroht ist. Dieser Konflikt der Kulturen liegt dem Film zugrunde. Roeg bricht ihn im Verlauf der Handlung auf die Ebene der Figuren und ihrer konträren Bedürfnisse herunter.


Der Film beginnt mit Einstellungen, die die Kulturen im wahrsten Sinne des Wortes aufeinanderprallen lassen. In Plansequenzen schieben sich abwechselnd urbane und nicht urbane Szenerien durch die Kadrierung. Harte Schnitte in vollkommen gegensätzliche Situationen lassen die ungleichen Welten kollidieren. Das Dröhnen des „Fortschritts“ hallt gerade noch durch die Schluchten gesichtsloser Bürokomplexe, um im nächsten Moment vom Hitzeschleier über der Wüste aufgesogen zu werden, wie Wasser auf einem heißen Stein verdunstet. Inmitten der sich zu beiden Seiten auftürmenden, mächtigen Wellenberge ist das Individuum, das sich nicht anpassen kann, verloren. Der Vater (John Meillon), ist dem Leben der Gegensätze und dem Leistungsdruck seiner, der weißen Klasse, nicht mehr gewachsen. Er fährt mit seiner Tochter (Jenny Agutter) und seinem kleinen Sohn (Luc Roeg) in die Wüste. Was zunächst wie ein harmloses Picknick aussieht, endet mit dem Selbstmord des Vaters, der die Kinder mit Schüssen aus seinem Revolver in die Outbacks treibt, bevor er seinen VW Käfer in Brand setzt und sich eine Kugel in den Kopf jagt.



Ende der offenen Klammer, die am Schluss des Films geschlossen werden wird und Beginn die Rumpfhandlung, einer dramatischen Erzählung um einen jungen Aborigine (David Gulpilil Ridjimiraril Dalaithngu), der auf seinem Walkabout zufällig auf die beiden Kinder trifft.
Diese, verirrt und kurz vor dem Verdursten, vertrauen ihr Leben dem Fremden an. Er sorgt für Nahrung und Wasser und betrachtet sich schon bald als einen vom Schicksal eingesetzten Schutzbefohlenen. Mitteilen kann er sich ihnen nicht. Und so bleibt den beiden verborgen, dass ihre offensichtliche Abhängigkeit weitergehende Besitzansprüche in dem jungen Aborigine weckt, der sich mehr und mehr in der Rolle des Familienoberhauptes, des Vaters und legitimen Ehemanns wähnt. Als sein stürmisches Werben um die junge weiße Frau jedoch unerwidert bleibt, erhängt er sich sich – auf höchst ungewöhnliche Weise – in einem Baum. Das Resultat eines tragischen Nicht-Verstehens.



Das Mädchen und ihr Bruder erreichen kurz darauf wieder die „zivilisierte“ Welt. Die letzte Szene zeigt die junge Frau einige Jahre später. Sie ist verheiratet. Sie lebt in einer ganz ähnlichen Wohnung, in der auch ihre Eltern lebten. Ihr Mann kommt nach Hause. Alles scheint in bester, in geradezu aseptischer Ordnung. Die Geschichte wird sich wiederholen, so ahnt man.

Ich mag die Erzählung, auch und wegen ihrer explizit moralisch-ethischen Aussage, die für manche Filme der Zeit so typisch ist. Ich habe damit überhaupt kein Problem. Um so mehr, als der Film darüber hinaus solch eine originär filmische Kraft hat, dass sich die Botschaft direkt über den Sehnerv in die Seele überträgt, ohne den Umweg über die schmalen und schlecht ausgeschilderten Pfade des Intellekts zu nehmen. In atemberaubenden Split-Field Aufnahmen injiziert mir Roeg die Essenz der Wüste, ihre Lebensfeindlichkeit, aber auch ihre Erhabenheit und Schönheit direkt ins Bewusstsein. Dem gegenüber stehen die Trostlosigkeit und die vergebliche Geschäftigkeit der in den Kontinent eindringenden westlichen Kultur, deren Darstellung nicht weniger nachhaltig wirkt – vertraut und befremdlich zugleich.

Walkabout erschien am 18. November 2011 in einer 3-Disc Edition bei Pierrot Le Fou.

Walkabout (Allein in der Wildnis). Australien, 1971. Regie: Nicolas Roeg


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Über den Autor

Eckhard Heck besitzt eine der umfangreichsten Baustellen-Sammlungen Nordrhein-Westfalens. Unter anderem ist er Autor, Musiker, Maler, Fotograf und Glaubensberater.

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2 Kommentare zu "DVD: Walkabout"

  1. Eckhard Heck 10. Februar 2012 um 21:48 Uhr · Antworten

    Der Film besteht zu 100% aus großartigen Bildern und man kann dem in Screenshots unmöglich gerecht werden. Ich denke es ist klar, dass sie bei einem solchen Film nur ein ganz schwaches Substitut sind. Gut, wenn sie dennoch als Teaser funktionieren.

  2. Frau Suk 8. Februar 2012 um 20:16 Uhr · Antworten

    Die Bilder sehen toll aus.

    LG
    Frau Suk

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