Les Lyonnais

Von  //  12. September 2012  //  Tagged: , , ,  //  Keine Kommentare

Edmond Vidal, genannt „Momon“, war einst der Kopf der gefürchteten Gang „Les Lyonnais“, die in den 70er Jahren für zahlreiche Raubüberfälle verantwortlich war. Nach einer langen Haftstrafe hat er sich jedoch „zur Ruhe gesetzt“ und verzichtet seiner Familie zuliebe auf die ganz krummen Dinger. Als jedoch sein längster und bester Freund Serge erneut verhaftet wird, sieht er jedoch keinen anderen Weg, als sich erneut auf die andere Seite zu schlagen…

Episches Gangsterkino, basierend auf der Autobiographie der Hauptfigur, das an ähnliche französische Werke wie Carlos oder Public Enemy No.1 erinnert, wenn es auch von der Länge her nur halb so episch ausgefallen ist. Sonst ist aber alles drin: Große Gefühle, Männerfreundschaften, Liebe, Loyalität, Verrat und knallharte Gewaltausbrüche. Freilich wird auch etwas dick Pathos aufgetragen, aber das gehört zu so einem Film dazu, der die volle Breitseite abfeuert und durchweg zu fesseln vermag. Auf jeden Fall ein Werk, dessen prächtig durchkomponierte Bilder auf die große Leinwand gehören, was hierzulande dann leider nur auf dem Fantasy Filmfest der Fall war, da er bereits im Oktober direkt auf DVD erscheint, ein Schicksal, das den meisten französischen Genrefilmen vorherbestimmt zu sein scheint. Viele davon werden dann immerhin noch recht zeitnah im ZDF-Montagskino nachgeschoben, meist unter noch mal neuen schlimm generischen deutschen Titeln. Hier kann man dann schon mal spekulieren, sollte LES LYONNAIS trotz der Gewaltspitzen dort auftauchen, wie mag er wohl heißen? „Die Rache der Mörder“? „Die Spur des Verrats“? Es werden noch Wetten entgegen genommen, tief seufzend allerdings.

A Gang Story, Frankreich/Belgien 2011, Regie: Olivier Marchal


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Über den Autor

Alex Klotz ist ein Zelluloid atmendes Wesen und betreibt den Blog hypnosemaschinen. Alex Klotz hat nie als Tellerwäscher, Aushilfsfahrer oder Kartenabreisser gearbeitet und gedenkt das auch in Zukunft nicht zu tun.

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