DVD: Frauen bis zum Wahnsinn gequält

Von  //  26. Dezember 2012  //  Tagged: , , ,  //  1 Kommentar

Minou liebt ihren Gatten Peter abgöttisch, auch wenn dieser sie in letzter Zeit wegen wichtiger Geschäfte zu vernachlässigen pflegt. Als Minou dann eines Nachts während eines Spaziergangs von einem Fremden überfallen wird, fürchtet sie um ihr Leben, doch der Fremde teilt ihr nur mit, daß ihr Mann ein Schuft und ein Mörder sei. Das will sie zunächst nicht glauben, bekommt aber später eindeutig scheinende Beweise dafür geliefert. Der Erpresser will jedoch kein Geld, sondern möchte die attraktive Frau aus gutem Hause scheinbar zu seinem persönlichen Sexspielzeug erniedrigen…

Wieder mal ein äußerst prächtig anzusehender italienischer Thriller, dessen Plot für fortgeschrittene Zuschauer zwar reichlich vorhersehbar geraten ist, es sollte sich aber mittlerweile herumgesprochen haben, daß die Stärke von derlei Filmen ganz woanders liegt: Auch hier gibt es wieder wunderschöne Frauen (Dagmar Lassander und Susan Scott) zu bestaunen, die in perfekt durchkadrierten Bildern (hier vom spanischen Kameraveteranen Alejandro Ulloa) durch ausgeklügelt beleuchtete, atemberaubende Sets geführt werden und dabei von einer stimmungsvollen Musik von Ennio Morricone begleitet werden. Diesem Bollwerk an Ästhetik kann ich zumindest keine andere Reaktion entgegenbringen, als es einfach toll zu finden, zumal das Ende des Films dann doch noch einige Fragen offen lässt und Raum für Ambiguität läßt. Ach ja, der deutsche Titel ist ziemlich irreführend, wenn, dann wird hier nur eine Frau bis zum Wahnsinn gequält, und das auch eher psychisch als physisch.

Zur DVD: Der Film erstrahlt in all seinen prächtigen Farben, fehlende Sequenzen der deutschen Fassung wurden im Original mit Untertiteln hinzugefügt, so wie das sein muß. Als Extras gibt es neben einem vorzüglichem Text des vorzüglichen Christian Kessler im Booklet den englischsprachigen Trailer, sowie zwei Featurettes: In der einen äußern sich Regisseur Luciano Ercoli und Susan Scott äußerst gut gelaunt, bescheiden und hochsympathisch über den Film, in der anderen gibt der legendäre Drehbuchautor Ernesto Gastaldi nicht minder sympathisch seinen Senf ab. Wieder mal eine perfekte Veröffentlichung eines feinen Films aus dem Hause Camera Obscura, kann man nicht anders sagen.

Le foto proibite di una signora par bene / Forbidden Photos of a Lady above Suspicion, Italien/Spanien 1970, Regie: Luciano Ercoli


Über den Autor

Alex Klotz ist ein Zelluloid atmendes Wesen und betreibt den Blog hypnosemaschinen. Alex Klotz hat nie als Tellerwäscher, Aushilfsfahrer oder Kartenabreisser gearbeitet und gedenkt das auch in Zukunft nicht zu tun.

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