Machete kills

Von  //  23. Dezember 2013  //   //  Keine Kommentare

Vulkanisch sind immer die anderen. Machete rettet die Welt – Fraglich ist, ob sich das überhaupt noch lohnt.

Der Teufel hat kein Abitur, wie man jetzt weiß. Bildungsfernes Fernsehen reicht ihm. Seine Botschaften verbreitet er via Kellog’s, auf musealen Langspielplatten und in einfach gezeichneten Geschichten. Am liebsten hört der Teufel Surf Music. Er lebt ständig auf einem kalifornischen Campingplatz, man kennt ihn als Motorradclubber mit ethnischer Differenz zum WASP. Machete kommt ihm nah, doch nicht gleich. Der Teufel schüttelt für Machete das Kumpelkissen auf, an einem „Peso Pussy Tuesday“ im „Desdemona“. Ich schätze, Ihr kennt das Maison Close in Acapulco. Machete verfehlt mit dem Fallschirm die Braut, die sich traut. Die Liebe begegnet ihm als Schlachtfeld. Amazonen jagen ihn mit militarisierten Büstenhaltern.

Machete Cortez war schon einmal Held eines Abends. (In einem Film von Ethan Maniquis und Robert Rodriguez – „Machete“ (2010).) Danny Trejo spielt ihn so oder so in großer mimischer Armut. Er trägt die Dritte Welt zur Schau. Von sich spricht er in der Dritten Person. Beispiel: „Machete twittert nicht.“

Mir gefällt Trejo am besten, wenn er Salma Hayek aka Santanico Pandemonium einheizt – in „From Dusk Till Dawn“. Nun raucht unter ihm der Abgrund Welt, lateinische Kartelle greifen nach der Macht in einem auf die Sterne ausgreifenden Krieg. Machete lässt sich von US-Präsident Charlie Sheen (Carlos Estevez) nach Mexiko schicken, um einen superschizophrenen Bandenchef abzuklären. Mendez (Damian Bichir) droht Washington mit der Bombe, den Zünder hat er an sein Herz geschlossen. Nur der all-affine Magnat Luther Voz (Mel Gibson) könnte helfen. Doch Voz’ Weltraumsucht ist schon zu weit fortgeschritten.

In „Machete Kills“ tickt die biologische Uhr der Bombe. Ein besonderes Herz der Finsternis zeigt die Zeit bis zum Overkill an. Das Herz überlebt alles andere von Mendez, Machete trägt den vitalen Rest im Einmachglas am Henkel durch jede Menge Kugelhagel.

Lady Gaga spielt eine Killerin im variablen Vintage-Stil, Sofia Vergara eine männerfeindliche Puffmutter, Michelle Rodriguez eine Revolutionärin und Amber Heard eine Agentin, getarnt als texanische Schönheitskönigin. Southern Belle & Beautiful South – Antonio Banderas spielt den Kanadier im Pech. Er stirbt an der US-amerikanisch-mexikanischen Grenze, die wie ein archaischer Wall im Kino wirkt. Man sieht Köpfe im aztekischen Stil rollen, es grüßt die Grausamkeit eines Tezozómoc.

Man denkt sich leicht viel zu viel zu diesem Film, der auch mit den Pauken des Pulp‘ nicht richtig funktioniert.

USA 2013, Regie: Roberto Rodriguez


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Machete Kills – Uncut


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