Nach einer wahren Geschichte – Eddie der Adler hat in unser aller Herzen einen Horst frei

Von  //  4. April 2016  //  Tagged:  //  Keine Kommentare

Bild: Twentieth Century Fox of Germany GmbH
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Den Ritterschlag der Zugehörigkeit erhält Eddie the Eagle von Matti Nykänen im Schanzenlift. Der Finne dominiert seit Jahren seine Disziplin, gleich wird er wieder Olympiasieger. Nykänen erscheint überirdisch und untergewichtig neben dem schwergängigen Verputzer Michael Edwards, der auf den letzten Platz abonniert ist. Seine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Calgary 1988 verdankt Eddie Statuten-Kuriosa. Die Nominierung wurde zum Witz mit Folgen. Man konnte den Bauarbeiter aus Cheltenham ganz einfach nicht verhindern. Mit unbeachtlichen Sprüngen erreichte er seine Qualifikation, die englische Equipe zeigt sich weit davon entfernt, ihren auf ewig einzigen Skispringer mit Humor zu nehmen. Die Kollegen lassen keine Gelegenheit verstreichen, den schnell stutzenden, gelegentlich aber erstaunlich gewitzten, in jedem Fall bis auf den Tod entschlossenen Außenseiter herabzusetzen.

Man möchte den Oxford und Cambridge so wie die ganze Klassengesellschaft ungeniert vor sich hertragenden Rotzlöffeln in die Gehörgänge spucken, so sympathisch wirkt Taron Egerton als Adler der Arbeiterklasse mit mehr als einem Sprung in der Schüssel. Der Film spielt ein paar Krankheiten durch, die Eddies Kindheit belasteten. Angestimmt wird das Lied von der Kompensation: Da ich als Bewegungsidiot auf die Welt kam, wollte ich Ausnahmeathlet werden.

Das kennt man als Ausgangspunkt trauriger Biografien.

Eddie schrammt alle möglichen Ecken und Kanten des Zufalls. Egal ist dem Eleven die Sportart, im Skispringen erkennt Eddie die Chancen eines Glücks im Winkel. Der Sport wird in England vermieden, die olympische Qualifikationsweite erreichen schwedische Schüler ohne Aufsehen zu erregen.

Eddie gewinnt die Liebe eines auf höchstem Niveau gescheiterten Springers. Hugh Jackman verkörpert Bronson Peary als markantes Kinn. Er behebt die motorischen Störungen seines Schülers, indem er die Stirn in Falten legt. Ausdrucksvoll rauchen kann er außerdem. Jackmann leiht einem Kinderzimmertraum das Zubehör der Begabung.

Verschiedener als Eddie und Bronson können Leute nicht sein. Bronson hat alles und macht nichts daraus. Eddie hat wenig und macht viel daraus. Nykänen spricht das auf dem Weg zum Gold an. Wichtiger als der Triumph des Sieges ist der Triumph der Gewissheit, alles gegeben zu haben. Nykänen adelt Eddie, er hebt ihn zu sich empor: Was uns treibt, bleibt den Irdischen fern.

„Eddie The Eagle – Alles ist möglich“. Großbritannien, USA, Deutschland. Regie: Dexter Fletcher. Mit Taron Egerton, Hugh Jackman, Christopher Walken



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